War das ein Wochenende! Anja und ich hatten kinderfrei und durften das Wochenende zusammen mit unseren Nachbarn in Berlin verbringen!

Wir fuhren Freitagmorgen los, da wir ja ganz aus dem Western der Republik kommen und eine Fahrt von ca. 6 Stunden haben. Ich brachte die Kinder zu meiner Mutter, die auf die Kleinen aufpasste. Obwohl es das erste Mal war, dass die Kinder zwei Nächte am Stück weg waren, machten wir uns keine Sorgen. Bisher haben weder Jan noch Tom Probleme gemacht, wenn sie auswärts übernachteten.

Irgendwann nachmittags kamen wir dann an und checkten in das Hostel ein, in dem wir zwei Doppelzimmer gebucht hatten. Es war ca. 20 Minuten mit der Bahn in die Innenstadt und von der Ausstattung wie eine Jugendherberge – dafür aber auch sehr günstig. Wir holten uns erst einmal ein Gruppen-Tagesticket für die Bahn. Immer wieder schön zu sehen, dass Bus- und Bahnbetrieb funktioniert und zudem günstig sein kann. Wenn es bei uns ähnlich wäre, würde sich ein Monatsticket sicher eher lohnen, als ein zweites Auto.
Erstes Ziel war der Kurfürstendamm – dort wollten wir zu unseren Standardziel in jeder Großstadt: Hard Rock Cafe. Es gab für uns alle leckere Hamburger.

 

Schild Kurfürstendamm in Berlin

Schild Hard Rock Cafe in Berlin

Gitarre ausgestellt im Hard Rock Cafe Berlin

 

Anschließend ging es teils mit der Bahn und (größtenteils) zu Fuß zu einigen Plätzen und Sehenswürdigkeiten der Stadt. Am Alexanderplatz war ein afrikanisches Fest mit vielen Ständen und einer Bühne mit Musik. Viele Leute sahen nach oben, wo man sich an einem Seil von einem Hochhaus abseilen konnte.

 

Park Inn Hotel Berlin von außen

Park Inn Hotel Berlin mit Jochen Schweizer Base Flying Rampe

 

Unser Nachbar Felix war auch interessiert und nach gutem Zureden machte er es schließlich auch. Wir durften mit nach oben fahren und hatten einen wirklich schönen Ausblick von der 37. Etage über Berlin.

 

Anja schaut über Berlin, vor ihr der Fernsehturm Alex

Berlin, Aussicht von Plattform des Parkinn Hotels

 

In der Dämmerung machten wir uns dann auf den Weg zum Checkpoint Charlie, Brandenburger Tor und zum Reichstag.

 

Checkpoint Charlie Berlin

Checkpoint Charlie Berlin mit Alex

Brandenburgertor in Berlin bei Dunkelheit

Bundestag Berlin in Dunkelheit

 

Nach einer lauten Nacht (Jugendherbergenflair halt :)) und einem leckeren Frühstücksbuffet hatten wir ein sehr interessantes, aber auch trauriges und unschönes Ziel: Die KZ-Gedenkstätte Sachsenhausen, ca. 40km von unserem Hostel entfernt in Oranienburg gelegen.

 

Mauer Gedenkstätte Sachsenhausen in Oranienburg

Sachsenhausen Wohngelände

 

Die noch vorhandenen Gebäude sind eigentlich alle begehbar und man kann in die Geschichte und in die Grausamkeit des Ortes eintauchen. Wir sahen die Krankenbaracken, Küche und Schlafbaracken.

 

Saxhsenhausen Krankenbaracke

 

Am meisten mitgenommen hat uns der Anblick der Pathologie und des Krematoriums.

 

Sachsenhausen Fundament des Krematoriums

Sachsenhausen Pathologie

Sachsenhausen Schautafel Zitate

 

Wenn die Gedanken darum kreisen, was dort passiert ist, wird man bedächtig. Wir nahmen uns viel Zeit für den Besuch.

 

Sachsenhausen Anja an Tor Arbeit macht frei

Sachsebhausen neutrale Zone Schld an Stacheldrahtzaun

 

Wir fuhren mit der Bahn in die Innenstadt, um nun das DDR-Museum zu besuchen. Unsere Freunde sind bereits dort gewesen und konnten es sehr empfehlen, da es weniger ein trockenes Museum ist, sondern viele Stücke zum Anfassen und Ausprobieren bietet. In der Tat war es sehr interessant, da alle wichtigen Besonderheiten und Produkte der DDR ausgestellt wurden.

 

DDR Museum Berlin Produkte der DDR

DDR Museum Berlin alter DDR Roller

 

So konnte man eine virtuelle Probefahrt in einem Trabbi machen oder in einer typischen DDR-Wohnung mit Wohnzimmer und Küche Platz nehmen.

 

DDR Museum Berlin Trabbi

DDR Museum Berlin Anja und Alex in DDR typischer Küche

 

Was mir besonders gut gefallen hat war, dass es nicht wie bei vielen anderen Ausstellungen um die Unterdrückung in der DDR ging, sondern auch um den Alltag der Menschen. Auch wenn es Ausstellungsteile gab, die sich mit Mauer, Stasi und 17. Juni beschäftigten, so stand es hier nicht im Fokus. Direkt vor der Ausstellung befand sich eine Anlegestelle für eine Schiffrundfahrt, die wir danach machten. Ich finde, dass es sich gelohnt hat, da der Blick vom Wasser aus teilweise wirklich schön ist (bspw. Abgeordnetenhaus) und man die eine oder andere interessante Information bekam.

 

Bundeskanzleramt Berlin

Bundestag Berlin

altes Berliner Stadtschloss

Spree Schleuse

 

Bis auf einen kurzen Regenschauer am Samstagnachmittag hatten wir wirklich tolles Wetter, weshalb wir uns zum Essen bei einem italienischen Restaurant nach draußen unter eine Markise setzten. Es zog sich zwar langsam zu und ich bekam mehrere Gewitterwarnungen, allerdings versicherten uns die Kellner, dass wir hier trocken bleiben würden. Das stellte sich als falsch heraus, da es plötzlich einen richtigen Wolkenbruch gab und wir den einen oder anderen Schwall Wasser abbekamen. Wir retteten uns nach drinnen an einen Tisch und wurden selbst auf dem kurzen Weg von der Markise bis zur Eingangstür ziemlich nass. Die armen Kellner, die draußen noch aufräumen mussten im Regen!

Da wir ja wie anfangs erwähnt rund 6 Stunden nach Hause brauchten und die Kinder nicht zu spät holen wollten, hatten wir geplant, uns am Sonntag zwischen zwölf und eins auf den Rückweg zu machen. Vorher wollten wir noch gerne zum Berlin Dungeon gehen. Bereits im Vorfeld der Reise wusste ich davon, dass es dort ein Dungeon gibt, hatte aber nicht gedacht, dass es etwas für unser Grüppchen sein könnte. Am Samstag sahen wir ein Werbeplakat und wollten doch unbedingt noch vor der Abreise dorthin. Was soll ich sagen? Es hat sich total gelohnt! Vielleicht kurz zur Erklärung, die Dungeon-Kette gibt es meines Wissens in den Städten London, Hamburg und Berlin. Dort werden jeweils besonders gruselige und erschreckende Teile der Stadtgeschichte mit Schauspielern nacherzählt und nachgespielt. Im Falle Berlin war das unter anderem die Pest, ein stadtbekannter Geist und ein Mörder aus dem 19./20. Jahrhundert. Es lag die ganze Zeit eine Spannung in der Luft, weil man immer damit rechnen musste, dass man gleich erschreckt wird. Wir können es wirklich sehr weiterempfehlen 🙂 Tipp: Wenn man die Karten vorher online kauft, kann man viel Geld sparen! Leider war es verständlicherweise nicht gestattet, Fotos zu machen. Daher können wir euch leider nichts davon zeigen.

Wir kamen etwas später als geplant zu Hause an. Meine Mutter hatte in der Zwischenzeit beide Kinder schon bettfertig gemacht und Tom schlief sogar schon. So schön das Wochenende war, so sehr freuten wir uns natürlich wieder auf die beiden. Als ich hineinkam, rannte Jan mir sofort in die Arme und drückte mich ganz feste. Schön zu sehen, dass unser „Trotz“ uns so lieb hat 🙂

Wie ihr seht, wir hatten ein ereignisreiches Wochenende, das uns auf jeden Fall lange in Erinnerung bleiben wird und von dem wir zehren können … Wir hoffen, dass euer Wochenende genau so schön war und wünschen euch eine schöne Woche!