Wie ihr vielleicht schon gelesen habt, haben wir in den letzten Wochen das richtig große Los gezogen: Erst war Tom zweimal krank, mit Durchfall und dann eine Woche mit Fieber bis 40,6 Grad. Nahtlos wurden dann Anja und anschließend Jan krank. Als krönenden Abschluss hat es nun auch noch mich erwischt und ich muss die ganze Woche über zu Hause bleiben.

Dadurch, dass die Jungs schon so oft krank waren dieses Jahr, musste ich bereits sechs Tage „Kind-krank-Frei“ nehmen. Da kommen nun noch einmal fünf Tage für mich selber drauf. Ganz schön viel für das junge Jahr, oder? Mich plagt dann immer das schlechte Gewissen dem Arbeitgeber gegenüber. Es ist zwar völlig unbegründet, weil ich einen wirklich sehr verständnisvollen Arbeitgeber habe, aber dennoch ist es da. Kennt ihr das?

Da wir dieses Jahr schon so oft zu Hause bleiben mussten, habe ich mal die wichtigsten Rechte der Arbeitnehmer mit kranken Kindern recherchiert und kurz zusammengefasst*:
Eltern von Kindern unter 13 Jahren dürfen bei Zahlung von Krankengeld bis zu 10 Tage pro Jahr zu Hause bleiben, wenn ein Arzt bestätigt, dass eine Aufsicht erforderlich ist. Das ist im Sozialgesetzbuch festgelegt. (§45 SGB 5) Diese 10 Tage gelten pro Elternteil (bei Alleinerziehenden sind es 20 Tage) und Kind. Für Eltern mit mehr als zwei Kindern ist es jedoch auf maximal 25 Tage (Alleinerziehende: 50) beschränkt.
Unter bestimmten Voraussetzungen kann der Arbeitgeber für einen beschränken Zeitraum sogar das volle Gehalt weiterzahlen, wenn es sich um eine „Vorübergehende Verhinderung“ (§ 616 BGB) handelt, das ist jedoch nicht genau geregelt und bspw. in vielen Tarifverträgen ausgeschlossen. (ver.di dazu)
Vom Arzt erhält man ein Attest, auf dessen Rückseite sich ein Formular befindet, das man ausfüllen muss. Dieses schickt man anschließend zur Krankenkasse, welche dann das Krankengeld überweist. Das Krankengeld beträgt 70% des Bruttolohns, aber maximal 90% des Nettolohns.

Übrigens: Sollte ein Kind dauerhaft krank sein, ist auch eine längere Freistellung mit Krankengeld möglich. Aber hoffen wir, dass wir das alle nie brauchen werden 😉

* Dieser Beitrag ersetzt im Zweifelsfalle keine rechtliche Beratung. Er wurde nach bestem Wissen recherchiert, erhebt jedoch keinen Anspruch auf Vollständigkeit.