Heute möchte ich euch etwas über das Leben neben dem Dasein als Vater erzählen. Wie ihr euch vorstellen könnt, hat sich sehr viel verändert. So schön es ist mit den Kids, so sehr freut man sich auch über die Zeit alleine oder zu zweit. Als mir vor Jans Geburt von Verwandten geraten wurde, jeden Tag zu genießen, wollte ich es nicht glauben, ich freute mich doch so sehr auf die Geburt. Mittlerweile muss ich sagen, dass ich froh bin, die Zeit genutzt zu haben. Ich denke, wenn man ehrlich ist, geht es im Prinzip allen Eltern so, manchen mehr und manchen weniger.

So habe ich vor Jans Geburt 13 Jahre lang beinahe täglich Klavier gespielt und war nachher Mitglied in einer Band, seitdem komme ich sehr selten dazu. Weiterhin war ich seit 5 Jahren aktives Mitglied im Technischen Hilfswerk und dort Truppführer. Da die Dienste jedoch immer am Wochenende stattfinden, verbringe ich die Zeit lieber mit meiner Familie. Außerdem war ich häufig abends in Diskotheken oder habe mich mit Freunden getroffen, aber wenn ich daran denke, dass unser Kleiner am nächsten Morgen gegen sechs aufwacht, lasse ich es lieber gleich. Vor allem in der Zeit, als Tom noch den ganzen Tag gebrüllt hat (siehe Schrei, Kindlein, schrei) und abends nicht einschlafen wollte, wollte man die Verwandtschaft nicht mit ihm allein lassen. Zum Glück ist diese schlimme Zeit vorbei!

Mittlerweile passt meine Mutter im zwei-Wochen-Rhythmus abends auf die Kinder auf und wir können gemeinsam etwas unternehmen. Das ist unglaublich wichtig. Man wird es nicht vermuten, allerdings haben wir dann oft das Problem, dass wir nicht wissen, wohin wir gehen sollen. Ich schätze, dass es daran liegt, dass wir es gar nicht mehr gewöhnt sind. Meistens landen wir dann im Kino 🙂 Dass die Kinder über Nacht weg sind, kommt noch selten vor, doch wir arbeiten daran, es künftig einmal pro Monat zu schaffen.

Dann gibt es noch die Abende, an denen wir alleine etwas unternehmen. Auch das war zeitweise nicht möglich, da man den Partner nicht mit dem schreienden Kind alleine lassen wollte, mittlerweile klappt es allerdings immer häufiger. So versuche ich, jede Woche zum Volleyball zu fahren und vielleicht mal einen Film zu gucken. Mir geht es so, dass ich die Abende viel bewusster genieße als noch vor ein paar Jahren. Wir haben uns damit arrangiert, viele Abende zu Hause zu verbringen und nicht mehr nach Lust und Laune das Haus zu verlassen, so wie es in der Zeit möglich war, als wir noch keine Kinder hatten. Wir haben uns Hobbies und Beschäftigungen für Zuhause gesucht. Zum Beispiel haben wir unsere Leidenschaft für Serien entdeckt. Ich übe seit kurzer Zeit die Fotographie mit einer Spiegelreflexkamera. Anja setzt sich Abends hin und näht Kinderkleidung oder puzzelt. Seit diesem Jahr kümmern wir uns am Abend, wenn die Kinder schlafen um den Blog und schreiben neue Beiträge. Leider kommt meine größte Leidenschaft, die Musik zu kurz, abends ist das Klavierspielen einfach zu laut und Anja kommt seit geraumer Zeit nicht mehr zum Lesen von Büchern. Da müssen wir irgendwie noch dran arbeiten.

Wir sind froh, dass wir uns von Zeit zu Zeit abends mit den Nachbarn treffen, die ebenfalls zwei kleine Kinder haben. Sie sind was das Privatleben angeht lockerer eingestellt als wir, allerdings haben sie auch viele Babysitter 🙂
Sehr wichtig ist auch ein guter, fester Freundeskreis, den man nicht unbedingt mehrmals pro Woche sehen muss, um den Kontakt aufrecht zu halten. Das klappt zum Glück ziemlich gut, auch wenn einige Freunde mittlerweile nicht mehr ganz in der Nähe wohnen.

Nun sind wir neugierig: Wie regelt ihr eure Freizeit? Geht es euch ähnlich oder habt ihr sogar Tipps für uns?