Da ich ja schon erzählt habe wie Jan zu uns kam, ist es jetzt Zeit auch Toms Geschichte zu erzählen.

Das wir für Jan noch mindestens ein Geschwisterchen haben wollten stand schon lange fest.
Doch wann? Welcher Abstand gefällt uns am besten? Welcher Abstand ist am leichtesten und welcher für die Geschwisterbindung am sinnvollsten?
Viele Gedanken kreisten.

Wir kamen zu dem Entschluss, einen Altersabstand von 2-3 Jahren möchten wir haben.
Am 4.4.2013 setzte ich also die Pille ab. Da wir schon im letzten Jahr eine Reise in die USA für September gebucht hatten, hatten wir nur einen kleinen Zeitraum Zeit um schwanger zu werden.
Denn kurz vor der Geburt darf man schwanger nicht mehr fliegen und schon gar nicht in die USA einreisen und in der Frühschwangerschaft wollte ich nicht fliegen (wegen Angst vor einer Fehlgeburt und Kotzeritis).
Also blieben uns nur wenige Wochen zum schwanger werden. Sonst hätten wir das Projekt „zweites Kind“ auf die Zeit nach dem Urlaub verschieben müssen.
Aber das Glück war wohl auf unserer Seite und so hielt ich bereits am 29.4.13 einen eindeutig positiven Schwangerschaftstest in der Hand.
Zwei Wochen später hatte ich einen Termin beim Frauenarzt, um die Schwangerschaft bestätigen zu lassen. Und siehe da, man konnte eine kleine Fruchthülle von 0,5cm Durchmesser sehen, was der 6. SSW entspricht.
2 Wochen später war ich wieder beim Frauenarzt, weil mich die Übelkeit vom aller feinsten heimsuchte.
Ich bekam Vomex und Nausema verschrieben und eine Krankmeldung für die Arbeit.
Das Vomex machte mich einfach nur müde und platt, sodass ich weiter nicht arbeiten gehen konnte.
Ab der 10. SSW bekam ich dann Akupunktur gegen die Schwangerschaftsübelkeit. Ich muss sagen, ich hatte echt Angst davor. Die Vorstellung eine Nadel im Kopf stecken zu haben, gefolgt von Knien und Händen fand ich total widerlich.
Aber so schlimm war es dann doch nicht und die Nadel im Kopf war noch die angenehmste.
Die Übelkeit war nach nur zwei Sitzungen tatsächlich weg.
Jetzt war mir nur noch schwindelig und das wirklich bis zum Ende der Schwangerschaft.


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Schon das ganze Jahr waren wir auf Wohnungs- und Häusersuche, denn unsere Wohnung hatte nur ein kleines Kinderzimmer.
Nach unzähligen Besichtigungen wurden wir im August fündig.
Ende November stand dann der Umzug an. Tagelang hatte ich vorher mit Alex und an den Wochenenden mit fleißigen Helfern, das Haus gestrichen, geputzt. neugekaufte Möbel aufgebaut und in der alten Wohnung Kisten gepackt und Möbel abgebaut. Da war ich bereits in der 35./36. SSW.
Ab da hatte ich immer wieder Schmerzen in der Leber, die mich zwangen mich hinzulegen. Die Haut in dem Bereich war kribbelig und taub.
In der 37. SSW wurde es so schlimm, dass ich mit Alex ins Krankenhaus fuhr, um ein Hellp-Syndrom ausschließen zu lassen.
Was zeigte sich da? Der kleine Herr lag schön weich und bequem mit seinem Steiß in meiner Leber. Da könnte man nichts machen, sagten Ärztin und Hebamme, die Kleinen lassen sich jetzt nicht mehr aus ihrer Lieblingsposition wegbewegen.
1-2 Wochen später hatte er aber anscheinend Erbarmen mit mir und drehte sich auf die andere Seite.

Als ich am morgen nach Toms errechneten Entbindungstermin aufwachte, fühlte ich mich irgendwie komisch, der Kopf drückte nach unten, genauso wie meine Laune im Keller war. Ich war gereizt vom feinsten.
Der Arme Jan war an diesem Tag zuhause und nicht bei der Tagesmutter und bekam meine schlechte Laune erstmal ab (tut mir Leid, Großer).
Morgens ging ich dann mit Jan im Schlepptau zur wöchentlichen Akupunktursitzung zur Geburtsvorbereitung. Es war schon eine Herausforderung mit einem Zweijährigen und 11 Akupunkturnadeln im Körper in einem Raum zu sein.
So kam es wie es kommen musste, Jan trat gegen die Nadel im kleinen Zeh, woraufhin diese sich um 90° verbog und es blutete.
Im nachhinein glaube ich war das das beste was mir passieren konnte. Hihihi.

Mittags legten Jan und ich uns zum Mittagsschlaf hin und schliefen 3! Stunden.
Als wir aufstanden, hatte ich irgendwie das dringende Gefühl, die Kliniktasche vollständig zu packen und auch Jans Tasche zu vervollständigen.
Zu Alex sagte ich Abends noch, wir sollten Jan vielleicht besser zu meinen Eltern bringen.
Alex meinte, das könnten wir doch nicht einfach so machen, wenn nichts ist.
Ok, dann nicht. So gingen wir irgendwann gegen 23 oder 24 Uhr zu Bett. Um 1:30 merkte ich nur: knacks, krach, blubb blubb blubb. Das war eindeutig die Fruchtblase.
Jeden Abend, wirklich jeden Abend als ich bereits im Bett lag, dachte ich, ich sollte vielleicht besser ein großes Handtuch unter legen, war dann aber jedes Mal zu faul nochmal aufzustehen.
Naja, die meiste Sauerei ging nicht ins Bett, sondern auf den Boden, als ich wie von der Tarantel gestochen aufsprang.
Alex rief derweil meine Mutter an, damit sie kommt um auf Jan aufzupassen, während wir ins Krankenhaus fahren.
Erstmal ging ich aber noch in aller Ruhe duschen, wollte ja nicht dreckig fahren.
Im Krankenhaus waren wir dann gegen 2:15 Uhr.


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Um 4 Uhr merkte ich erste Wehen. RICHTIGE Wehen, von null auf hundert.
Eigentlich dachte die Hebamme (die Ärmste hatte sehr viel zu tun, denn alle Kreißsäle waren belegt und alle Frauen bekamen ihre Babies kurz nacheinander), es würde noch länger dauern und stellte für Alex noch ein Bett in den Kreißsaal, damit wir noch schlafen konnten.
Aaaaber nicht mit uns!
So wurde Tom Lukas am 11.1.14 um 7:43 mit einer Größe von 53 cm und einem Gewicht von 4100g geboren.


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Am gleichen Tag kamen meine Eltern mit meinem Bruder und seiner Freundin, sowie Jan zu Besuch.

Jan stellte direkt klar, dass wir DEN (Tom) nicht mit nach Hause bringen sollten!
Durften wir aber dann doch :).