Am Samstagabend gab es gleich mehrfach Morde mitten in unserem Wohnzimmer. Einmal wurde jemand eingemauert, ein anderes Mal erstickt. Wir sind jedoch nicht straffällig geworden, es handelte sich um einen Abend mit Live-Hörspielen.

Anjas Vater nennt sich der BÜHNENHÖRSPIELER, veröffentlicht eigene Bücher und macht semi-professionelle Auftritte in Cafés und kleinen Theatern, bei denen er (Krimi-, Grusel-, lustige) Geschichten vorliest und sie live mit passenden Geräuschen, Effekten und Musik untermalt. Solch einen Auftritt haben wir meiner Mutter und ihrem Freund zu Weihnachten geschenkt und so kam es, dass es einen „Privatauftritt“ vor 10 Leuten in unserem Wohnzimmer gab.

Für den Abend gab es natürlich einiges vorzubereiten, wir entschieden uns jedoch für einfache Häppchen. Es gab (fertigen) Knabberkram, Tomate-Mozzarella-Platten, Käse-Trauben-Spießchen und selbst gemachte Pizzamuffins (einer unserer Favoriten, das Rezept folgt in den nächten Tagen …).
Das Wohnzimmer musste komplett umgebaut werden, die Kinderecke ist für einen Abend komplett verschwunden. Bei der Gelegenheit fiel uns auf, dass es ohne den Puzzleteppich besser aussieht und haben ihn nachher gar nicht erst wieder aufgebaut 🙂 Der Esstisch musste in eine andere Ecke, da an seiner Stelle das Equipment stehen sollte. Unsere Terrasse wurde kurzerhand zum Outdoor-Getränkekühlschrank umfunktioniert, da man ansonsten auf dem Weg in die Küche den Auftritt gestört hätte.

IMG_0639Das Programm des Abends lautete „Echt POEtisch“ und es wurden Texte von Edgar Allan Poe vorgelesen, eingebettet in eine Geschichte. Poe lebte im 19. Jahrhundert und schrieb düstere, gruselige und martialische Geschichten. Entsprechend war unser Wohnzimmer kaum ausgeleuchtet, mit wenigen Kerzen und einem dunkelroten Licht. Die Vorführung dauerte ca. 80 Minuten, unterbrochen von einer Pause. Anschließend gab es noch einen kurzen, lustigen Krimi als Zugabe.

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Als die letzten Gäste gegen halb eins das Haus verließen, haben wir noch alles aufgeräumt und waren fix und fertig um viertel nach eins im Bett. Leider meinte Tom es nicht gut mit uns, er war die halbe Nacht wach und wollte dann schon um halb sieben aufstehen …