Dieser Artikel ist ein Gastbeitrag der lieben Lisa von Spielzeugneuheiten.com. Auf ihrer Spielzeugplattform findet ihr tolle und interessante Spielzeugneuheiten, sowie Testberichte dazu.

Kinder und Spielwaren, Kinderspielwaren, Kinderspielwahn…

Eigentlich geht es doch nur darum seinem Kind etwas Gutes zu tun. Das eigene Kind in der psychischen und motorischen Entwicklung zu fördern, es zu beschäftigen und zu erfreuen. Doch irgendwie gerät dieses Thema immer wieder in den Mittelpunkt von Diskussionen, Abwägungen, Frust und Stress: Kinderspielwaren.

Dabei scheint es doch um etwas so lapidares zu gehen? Warum birgt etwas, dass uns und den Kindern nur Freude bereiten sollte auf einmal so viel Kompliziertes?

Früher war alles ganz einfach

„Früher war alles anders, es war viel einfacher!“ Das stimmt – In jeder Hinsicht wohl. Wenngleich das nicht unbedingt immer so toll gewesen sein muss. Kinder in Generationen vor uns haben eben mit dem gespielt was sie zur Verfügung hatten. Sie nutzten ihre Kreativität um aus scheinbar Nichts eine ganze Spielwelt zu bauen. Sie matschten im Dreck, bauten wilde Burgen im Sand, banden Figuren aus Bast und Gras. Was so nostalgisch schön klingt, muss aber nicht in jedem Fall gut gewesen sein. Wenn Kinder früher spielten waren sie unbeaufsichtigter als heute, die Eltern einfach naiver oder eben gar nicht in der Lage ständig ein Auge auf die Sprösslinge zu haben. Das wiederum hat nicht selten dazu geführt, dass sich Kinder verletzt haben. An den Schnitzmessern, an den Kanten verschiedenster Dinge, die eben gar kein Spielzeug waren. Kaputte Blechdosen, abgebrochene Holzsplitter – Gefahren gab’s genug.

Kinder sind auch heute noch zufrieden mit Dingen, die eigentlich gar nicht als Spielzeug gedacht waren. Gerade die Kleinsten lieben es auf Tupperschüsseln und Töpfen zu schlagen, Papas Schlüssel sorgfältig vollzusabbern oder mal wieder ausversehen mit Mamas Handy Oma anzurufen.
Doch Eltern von heute lassen das immer weniger zu, wollen ihre Kinder lieber fördern, fordern und vor allem sicher(!) bespaßen. Hygienisch einwandfrei, gut zu waschen und ohne Schadstoffe – so soll Spielzeug von heute sein.

Sicheres Spielzeug der Neuzeit

Wer aus billigem Kunststoff schlechtes Spielzeug herstellt hat heute auf dem Spielzeugmarkt keine Chance mehr. Längst haben insbesondere die bekannten Hersteller erkannt, dass es vor allem jungen Müttern und Vätern besonders wichtig ist, dass das Spielzeug der Kleinen auch wirklich schadstofffrei und im besten Fall auch später noch leicht zu reinigen ist. Holzspielzeug ist auch weiterhin in Mode und wird gerne gekauft und bespielt, lässt es sich doch auch so behandeln, dass man es gut reinigen kann, doch Spielzeug aus buntem Plastik ist bei der Spielzeugherstellung immer mehr auf dem Vormarsch. Denn auch das Spielzeug für die Kleinen und Kleinsten wird immer mehr der technisch orientierten Welt angeglichen, auch, weil es natürlich Babys und Kinder weit mehr in seinen Bann zieht als olle Holzklötzchen.
Kanten sind nun nicht mehr eckig sondern rund, Kleinteile gibt’s erst ab frühestens 3 Jahren. Kulleraugen an Plüschtieren werden sorgfältig festgenäht und fällt doch mal eine Applikation ab sorgt das für Rückruf beim Hersteller.
Vor der Unfallgefahr beim Spielen müssen Eltern heute wirklich keine Angst mehr haben.

Welches Spielzeug darf’s denn sein?

Viel mehr ist es die immense Auswahl auf dem Markt, die uns Eltern in den Wahnsinn treibt. So ein Kinderzimmer ist zwar häufig das geräumigste im ganzen Haus, doch auch diese Lagermöglichkeit ist irgendwann ausgereizt. Und bei aller Liebe und selbst wenn das nötige Kleingeld locker aus der Tasche fällt: Was sagen denn die Freunde und Verwandten wenn das Kind im Spielzeugberg ertrinkt? Also heißt es sorgfältig auswählen. Für jede Lebensphase das optimale Spielzeug.
Bloß was ist das richtige Spielzeug?
Dabei stellen sich immer wieder Probleme:

1. Was können Kinder in welchem Alter spielen?

Zwar finden sich auch fast allen Spielwaren Altersempfehlungen, doch denen kann man oft nur wenig trauen. Da wird der Vtech Tut Tut Bahnhof zwar bereits für einjährige Pimpfe angepriesen, doch scheint es fraglich, wie ein so kleines Kind schon mit den vielen Einzelteilen klar kommen soll. Natürlich, die Mithilfe der Eltern wird vorausgesetzt. Der Frust ist dennoch vorprogrammiert, wenn Mama und Papa nicht sofort zur Stelle sind, wenn die Bahn soeben lachend in Einzelteile zerlegt wurde und der Zug nun vorerst auf dem Abstellgleis stehen muss. Zusammenbauen ist nämlich für einen Einjährigen unmöglich… „Mama kommt gleich“ kann da zur Nervenzereissprobe für beide Seiten werden.
Doch auch das andere Extrem ist nicht selten. Immer wieder kann man beispielsweise diverse Puzzles kaufen mit Altersempfehlungen, die scheinbar völlig aus der Luft gegriffen sind. Da sitzt die vierjährige dann vor ein paar wenigen Bauteilen, die schon innerhalb von zwei Minuten zusammengelegt sind. „War’s das jetzt schon?“ Auch Unterforderung steht also immer mal wieder im Raum.

Was hilft sind Empfehlungen: Eltern verlassen sich deshalb häufig auf Klassiker oder jene Spielwaren, die bereits im Freundes- und Bekanntenkreis heiß geliebt und damit ständig bespielt werden. Spielzeugneuheiten, wenn gleich noch so innovativ, haben es dadurch häufig schwerer als etablierte Marken.

2. Was taugt was?

Zur Unsicherheit bzgl. der Altersempfehlung kommt natürlich die Schwierigkeit das optimale Spielzeug für die Kleinen zu finden. Ob nun aufgrund des überschaubaren Geldbeutels oder aber wegen Platzmangel: Kinder können nunmal nicht alles haben. Was aber braucht mein Kind dann um glücklich groß zu werden?
Idealer Nährboden für Diskussionen und Frust. Was die eine Mutter für ihr Kind befürwortet, findet die andere ganz schrecklich. Verwerflich einer 5-jährigen bereits ein Tablet zu kaufen, unverantwortlich schon den zweijährigen mit einem Matchbox-Auto spielen zu lassen auf dessen Rückseite 3+ steht. Man mag sich gar nicht auf eine Seite schlagen.
Und auch mit dem Kind kommt man durchaus in verbale oder eben nonverbale Streitgespräche. Was gerade noch unbedingt gewollt war, heiß und innig gewünscht, liegt morgen schon in der Ecke. Der pädagogisch so wertvolle Spielwürfel für das Kleinkind… interessiert es gar nicht die Bohne!

3. Kinder sind unberechenbar

Man kann sich noch so viel Mühe geben. Auch wenn die Auswahl noch so pädagogisch wertvoll, allen Sicherheitsstandarts und Altersempfehlungen entsprechend war: Kinder haben letzten Endes die Macht. Sie lassen manches links liegen, saugen weiter fröhlich an Geldbeutel und Schlüsselbund der Mama herum und finden jeden noch so sorgfältig versteckten Sicherheitsmakel.

Und so wird, was eigentlich als freudiger Einkauf und Liebesbeweis für das eigene Kind gedacht war in der heutigen Zeit immer mehr zu einem Spießrutenlauf. Mitunter zu einem Streitpunkt in der Beziehung oder gar dem Wettrüsten zwischen Eltern.

Schade, wo doch der Spaß im Mittelpunkt stehen sollte…

Vielleicht sollten wir uns diesen wieder mehr vor Augen führen und beim Einkauf wieder mehr die Herzen in unserer und der Brust unserer Kinder sprechen lassen und weniger den Kameraden ganz oben in der Zentralstelle unseres Körpers.

Vielen Dank Lisa Werner für deinen ausführlichen und interessanten Beitrag.