Viele von euch denken bei dem Wort Jugendherberge sicher an die erste Klassenfahrt oder spaßige Jugendfahrten in abgeranzte Herbergen und Schullandheime. An Achtbettzimmer mit Stockbetten und Toiletten auf dem Gang.

Ja, diese Jugendherbergen gibt es auch noch. Ganz sicher.
Aber es gibt mittlerweile auch ganz andere Herbergen mit hotelähnlichen Einrichtungen. Einbettzimmern. Doppelbettzimmern, Familienzimmern, modernen Badezimmern in jedem Zimmer, tollen umfangreichen Essensbuffets, Bistros mit Cocktailbar, Fernsehern auf den Zimmern, Kinderspielecke und vielem mehr.
Nur die Betten muss man immer noch selbst beziehen. 😉 Dafür sind die Preise im Vergleich zu einem Hotel geringer und die Kinder dürfen sich wie Kinder benehmen und am Esstisch kleckern, laut sein und rumflitzen. Ist ja schließlich eine Jugendherberge und da geht es zwanglos und kinderfreundlich zu.

Es können ganz verschiedene Menschen und Gruppen in den Herbergen unterkommen. Klassenreisen, Gruppen, Familien und Einzelgäste. Wer in den Jugendherbergen übernachten möchte, muss Mitglied werden. Einmal im Jahr wird ein gewisser Beitrag fällig: Familien, Ehepaare und eheähnliche Gemeinschaften (auch gleichgeschlechtliche) zahlen 23,50 € im Jahr.

Die Herbergen werden in vier Kategorien wie folgt eingeteilt:

  • Kategorie 1: zweckmäßige Ausstattung (meist unmodern, alt und mit Gemeinschaftsbad)
  • Kategorie 2: mittlerer Komfort, relativ guter Zustand der Ausstattung (siehe oben)
  • Kategorie 3: gute Gesamtausstattung von besserer Qualität
  • Kategorie 4: hochwertige Gesamtausstattung, gehobener Komfort, gute technische Ausstattung

Wir fahren eigentlich nur in Jugendherbergen, die der Kategorie 4 angehören, da wir einen gewissen Komfort doch nicht missen möchten und an einen gelungenen Aufenthalt doch auch ein paar Ansprüche stellen. Ich bin selbst mit meinen Eltern seit ca. 2002 für Kurztrips in Jugendherbergen gefahren. Cochem, Texel, Garmisch-Patenkirchen, Köln Deutz, Wiesbaden, München haben wir besucht.

 

DJH Garmisch-Patenkirchen

 

Mit Alex / Alex und Jan / Alex, Jan und Tom war ich schon in Köln Deutz, Bochum, Cochem, Bad Neuenahr- Ahrweiler, Mainz, Trier und Bonn.

Die modernste Ausstattung hatten Köln Deutz und Bochum zu bieten, waren allerdings auch nicht so gut für Kinder geeignet, sondern eher für Städtereisende, Tagungen und co.
Die Jugendherberge in Cochem beispielsweise ist sehr kinderfreundlich. Die Zimmer sind groß und hell, es gibt zwischen Speisesaal und Bistro eine schöne Spielecke und beim Essen wird auch an die Kleinsten gedacht – viele Hochstühle und Kindergeschirr sind vorhanden.

 

DJH Cochem Zimmer

DJH Cochem Spielecke

 

Übrigens kann man in jeder Jugendherberge bei der Buchung angeben, ob und welches Zubehör man für Babies/Kleinkinder braucht – Babybett, Wickelunterlage, Windeleimer, Töpfchen, Babybadewanne, Babyphone, etc. Die ausgewählten Dinge befinden sich dann meist bei Anreise schon auf dem Zimmer.

 

DJH Cochem Babybett

 

Die Herbergen in Trier und Bad Neuenahr – Ahrweiler sind vom Comfort her ähnlich wie die in Cochem und ebenfalls gut geeignet für Familien mit Kleinkindern. Auch hier gibt es Spielecken und Spielzimmer.

 

DJH Bonn

 

Die Jugendherberge in Bonn, die auch Kategorie 4, sein sollte fanden wir eher enttäuschend. Es gab keine Spielmöglichkeiten für die Kleinen, weder im Haus, noch auf dem Außengelände. Die Zimmer waren ziemlich abgenutzt, genauso wie Bettwäsche und Handtücher. Das Essen war in Ordnung, aber auch nicht so reichhaltig und nett angerichtet wie wir es aus einigen anderen Jugendherbergen kennen.

Nun sind wir gespannt: Könnt ihr uns vielleicht noch eine Jugendherberge in und um NRW empfehlen und welche Erfahrungen habt ihr so gemacht?