-Anzeige-

Vor Kurzem hat der Schwiegervater eine CD für die Kinder mitgebracht. Oje, eine weitere CD mit Kinderliedern. Aber ich wurde eines Besseren belehrt. Nicht nur, dass die Kinder die Musik sehr gern haben. Auch wir Erwachsene fanden die Texte von der CD „Purzel Lieder“ lustig und mit einer großen Portion Quatsch. Andere Lieder sind aber auch ernst und haben durchaus einen Hintergrund.

Hier könnt ihr mal in die CD reinhören!

„Pi-Pa-Purzelbaumparty“:

 

 
„Kugelrunde Sommersonne“:

 

 
Nun habe ich mit „Planet Ö“, so heißt die Gruppe, die aus den Musikern Sitara Schmitz und Uwe Felski besteht, Kontakt aufgenommen und habe mich sehr gefreut, dass Sitara sich zu einem Interview bereit erklärt hat!

 
Du machst ja schon sehr lange Musik als Singer/Songwriter, nun gibt es jedoch eine ganze andere Seite zu hören. Wie bist du auf die Idee gekommen, eine CD für Kinder aufzunehmen?

Angefangen hat es, als ich mal eine Ausschreibung für einen Kinderliederwettbewerb sah. Es sollten Lieder sein, die Kinder zum Mitsingen animieren. Da hat es mich gepackt und ich habe ein Lied geschrieben, das „Ich bin wie ich bin“ heißt, in dem geht es darum, dass man so wie man ist genau richtig ist… Als ich klein war, hatte ich mal so ein Schlüsselerlebnis mit dem Song „I am what I am“ von Gloria Gaynor. Mir ging es gerade gar nicht gut und dieser Song hat mich total aufgebaut und unterstützt.
Aus dem Wettbewerb ist dann leider nichts geworden, aber ich hatte meine Liebe zum Kinderlied entdeckt. Als ich mich dann etwas später im Zusammenhang mit einer Komposition für ein Kinderprogramm mit Uwe zusammentat, stellte sich heraus, dass wir ein super Songwriting Team sind, vor allem auch für Kinderlieder. Uwe war gerade Papa geworden und so waren wir voll im Thema. Wir trafen uns und Zack…innerhalb einer Woche entstanden 5 Lieder. Es war wie ein magischer Wurf. Wir haben die Songs dann mal in unserem Umfeld vorgestellt und ganz tolles Feedback bekommen. So waren wir motiviert weiter zu machen.
Mit der Geburt meiner Zwillinge 2013 habe ich dann eine kleine musikalische Schaffenspause eingelegt, wir wurden dennoch immer wieder gefragt, wann wir denn endlich unser Album veröffentlichen würden.
Jetzt, wo ich selbst die Kinder habe, merke ich, wie essentiell wichtig Musik im Leben von Kindern ist und ich bin total glücklich, dass ich hier mitmischen darf. Es ist mir eine echte Herzensangelegenheit geworden!

 
Eure Gruppe nennt sich “Planet Ö”. Was hat es damit auf sich?

„Ö“ ist doch die Antwort auf alle Fragen!
„Öööööh…“ kann man immer sagen…

Das „Ö“ begleitet mich schon mein ganzes Künstlerdasein. Mein Atelier, in dem ich viele Jahre produziert habe hieß „Atelier Ö“. Als wir nach einem Bandnamen gesucht haben, wollte ich gern das „Ö“ wieder integrieren, weil es für mich genau das ausdrückt, was ich mir in der Musik für Kinder wünsche: eine gewisse Leichtigkeit, Verspieltheit, ein Schmunzeln im Gesicht…

 
Wie schaffst du es, neben deiner Rolle als Mutter noch Musik zu machen und vor allem zu schreiben?

Durch die Kinder werde ich sehr inspiriert, was Ideen für neue Songs betrifft. Wenn es meine Zeit zulässt, versuche ich mir die Gitarre zu schnappen und zu komponieren. Aber so Abende wie früher, wo man sich mit Band in den Proberaum einschließt und intensiv für ein paar Stunden an Songs feilt, gab es in letzter Zeit natürlich nicht. Proben und Produzieren findet jetzt Vormittags statt, wenn die Kids in der Kita sind.

 
Eines der Lieder auf dem Album handelt von einem Alien, der auf die Erde kommt und sieht, was wir Menschen aus diesem Planeten gemacht haben. Kriege, Hunger, Umweltverschmutzung. Der Text ist ja schon richtig ernst für ein Kinderalbum. Wie wichtig ist dir das Thema?

Als ich Kind war, wurde uns gesagt, dass die Erde dem Untergang entgegen driftet, die Umweltverschmutzung schlimme Auswirkungen haben wird. Damit bin ich groß geworden. Und nun ertappe ich mich oft dabei, dass ich im Alltag in so eine Selbstverständlichkeit reinrutsche. Dabei ist es wichtiger denn je, umweltbewusst zu leben und immer wieder zu überlegen, wie man Ressourcen schonen kann. Und das muss mehr sein als Recycle Papier zu kaufen und meinen Kindern krampfhaft versuchen zu erklären, warum sie den Wasserhahn nicht laufen lassen können, obwohl es so irre Spaß macht… Ich finde es total super, dass man jetzt z.B. nicht mehr selbstverständlich Plastiktüten in den Läden bekommt. Perfekt! So wird man zum Mitdenken gezwungen… Wie oft hat man aus Bequemlichkeit eine Tüte genommen, die dann wieder, weil sie doch etwas dreckig geworden ist, im Müll gelandet ist. Und dann sieht man die Bilder vom Mikroplastik in den Meeren und denkt: Unfassbar… wie konnte das passieren?
Ich finde es total wichtig, unseren Kindern zu vermitteln, dass das, was wir hier haben wirklich kostbar ist und dass wir das würdigen und beschützen müssen. Das darf einfach nicht im Alltag untergehen.

Ich persönlich unterstütze seit Jahren dieses Projekt für Waisenkinder in Indien: heartkids.de
Es ist schön, mitzuerleben, wie dort die Kinder wachsen und gefördert werden.

 
Du bist Musikerin, dein Mann macht ebenfalls Musik. Wie kann man sich das vorstellen, was bei euch zu Hause los ist? Macht ihr zusammen mit den Kindern Musik?

Also, zusammen Musik machen kann man das vielleicht noch nicht nennen, aber wir haben natürlich Musik immer um uns. Das heißt, wir hören ganz viel Musik, manchmal spielen wir auch Klavier zusammen und wir singen auch viel, also besser gesagt: Die Kinder singen viel, ich darf ja nicht… das muss ich erklären…

Ich hatte ja immer diese total romantische Vorstellung, wenn ich mal Kinder habe, würde ich an deren Bettchen stehen und sie in den Schlaf singen. Das war für mich die ultimative Vorstellung vom Singen. Das schönste, was man mit Singen überhaupt machen kann. Nun… die Kinder waren da. Ich sang. Und schon im zarten Babyalter kam der Protest. Ich durfte nicht singen. Meine eine Tochter fing sofort an zu schreien, wenn ich anfing zu singen. Die andere Tochter ließ sich unheimlich gut beruhigen, wenn ich sie auf dem Arm schaukelte, und dazu sang. Das ging aber nicht, weil die andre dann ausflippte. Das konnte ich dann also nur machen, wenn die eine schlief und die andre noch nicht.
Das ist der Hohn! Meine Kinder hören meine CD hoch und runter, aber wenn ich in echt singe heißt es sofort „Mamaaaaaa, nicht singen!!!!“.
Inzwischen gibt es auch so herrliche Momente im Auto, wo eine von den beiden anfängt zu trällern und die andere dann versucht, es ihr zu verbieten. Dann entsteht der Streit, wer jetzt singen darf. Es gibt dann aber auch so süße Momente, wo sie dann endlich mal zusammen singen… Mein persönliches Highlight war vor kurzem, da haben wir abends im Bett gelegen, mit so einem Sterne-projezier-an-die-Decke-Tierchen, und meine beiden Mädels haben „Gute Nacht mein Stern“ zusammen gesungen. Da bin ich dahin geschmolzen. Es hat natürlich nochmal eine ganz andre Qualität, wenn du Lieder schreibst, und dann auch die Reaktionen darauf an deinen eigenen Kindern sehen kannst. Wir hören jetzt quasi schon fast ein Jahr unsere CD, und sie wollen sie immer noch hören. Das ist für mich unglaublich. Jedes Mal, wenn wir ins Auto steigen, tönt es von hinten „Mama – I.aaaaa…“ (so heißt Dr. Sirius [Anmerkung: Ein Lied von der CD] bei uns 🙂 )

 
Das Lieblingslied von unseren Jungs (und auch ein Ohrwurm für die Erwachsenen …) ist “Gabriele, Prinzessin der Kamele”. Wie sieht es bei euch aus?

Ich muss sagen, ich liebe wirklich alle Lieder! Wir haben auf dieses Album auch nur Songs gepackt, von denen wir 100% überzeugt sind. Bei den Kindern gibt es immer so Phasen, wo sie ein bestimmtes Lied dauernd hören wollen. Wobei „Dr. Sirius Computervirius“ doch meistens auf der Wunschliste ganz oben steht.
Gabriele ist natürlich ein Knaller und ich könnte mich immer wieder beömmeln, wie diese Idee entstanden ist. Einfach diese absurde Kombination von den Worten Gabriele – Kamele. Und dann die Brüder, die einfach viel müder sind. Das Bild ist herrlich! Ich stelle mir da immer so eine total aufgedrehte Kameldame mit Stirnband und Neon-Schweissbändern vor, die mit langen Beinen durch die Oase wirbelt während so ein paar Kamelbrüder faul in der Sonne liegen.
Live machen wir daraus eine richtige Mittanz-Nummer, zu der alle die Hüften schwingen können! Ein weiteres persönliches Highlight ist auch „Die Kuh steht in der grünen Matsche“, weil das auch so wunderschön absurd ist. Ich habe im Sommer oft mit großem Mitleid die Kühe beobachtet, wie sie mit den Hundertschaften von Fliegen kämpfen und teilweise genervt, teilweise aber auch einfach hinnehmend, auf der Wiese stehen. Außerdem werde ich nie vergessen, wie ich mit meiner Freundin Susanne ein Riesen-Matschloch fabriziert habe und mit dem Ton-Aufnahmegerät hin und her sprang, während sie mit Händen und Füßen im Matsch rumpatschte… Herrlich! Und so minimal ist da auch eine Message drin: Jeden das sein zu lassen was er oder sie ist. Fliegen sind eben zum Fliegen da. Und so gibt es zu jedem Lied eine Geschichte…

Vielen Dank für das Interview!

 
——

 
Hier übrigens noch ein Hinweis auf die Homepage von „Planet Ö“: planetoe.de

Und nun kommen wir zum Gewinnspiel … Wir freuen uns, dass wir ganze drei CDs verlosen dürfen!

Die Teilnahme ist ganz einfach: Wir möchten gerne von euch wissen, wie wichtig in eurer Familie Musik ist. Läuft bei euch den ganzen Tag das Radio? Hört ihr Rolf Zuckowski? Macht ihr gar selbst Musik? Oder ist euch Musik eher unwichtig?
Kommentiert diesen Beitrag oder den passenden Post auf Facebook und nehmt am Gewinnspiel teil!

Teilnahmeschluss ist der Abend des 14.08.2016. Gewinne werden nur nach Deutschland/Österreich bzw. in die Schweiz verschickt.

Viel Glück!