Die Pralinen des Ferdinand Mending.

 

Kapitel 5

September 1982
Ihre Zunge hing schief aus dem Mund. Ihr Kopf war bereits blau angelaufen. Alexander Lindner blickte, im matten Glanz der durchscheinenden Sonne, zu seiner zwei Jahre jüngeren Schwester hoch. Sie baumelte leicht im Zugwind, in der vorne und hinten geöffneten Scheune. Unter ihr stand ein alter Tisch. Es war der Tisch, an dem die Großmutter täglich genäht hatte. Zumindest jeden Tag, an den er sich sowohl an den Tisch als auch an seine Großmutter erinnern konnte. Sie starb, wie sie es sich wünschte. 86-jährig im Mittagsschlaf. Niemand wollte damals den Tisch entsorgen. Sein Großvater nicht, der noch vor dem Sechs-Wochen-Amt seiner Frau ebenfalls friedlich einschlief, seine Eltern nicht, die vor elf Monaten bei einem Verkehrsunfall im Allgäu auf der Straße nach Lindenberg starben und sein geistig behinderter Bruder Franz nicht, der in Friedrichshafen in einer Behinderteneinrichtung lebte und arbeitete. Franz kam zweimal im Jahr auf den Hof, im Sommer für vier Wochen und Weihnachten für zwei Wochen.
Jetzt hatte dieser Tisch einen letzten Dienst erwiesen. Ihre Füße hingen nur einen halben Meter über der massiven Mahagoniplatte. Die Berührung ihrer Füße mit der Platte hätte Leben bedeutet. Sie aber hatte sich für den halben Meter zwischen sich und der Platte entschieden. Der Stuhl, auf den Sarah gestiegen war, lag links daneben. Alexander ging zum hinteren Tor und zog beide Flügel zu, bevor er die Leiter von der Wand nahm und sie zu der Stelle trug, wo Sarah Lindner ihrem jungen Leben ein selbstbestimmtes Ende gesetzt hatte. Gerade mal 26 Jahre alt. Doch er wusste, dass dieser Selbstmord nicht völlig selbstbestimmt war. Für ihn gab es nur einen einzigen Schuldigen. Und nur einen einzigen Grund. Wie oft hatte er sie vor ihm gewarnt? Sie hatte ihren eigenen Kopf gehabt. Gewiss.
Doch sie war auch leicht zu beeinflussen gewesen. Jedenfalls von diesem Kerl. Er selber hatte lediglich einmal Druck auf sie ausgeübt. Ausüben müssen. Dem Hof, den Eltern, dem behinderten Bruder zuliebe. Gerne hätte sie den Hof verkauft. Er nicht. Doch es gab keinen Konflikt zwischen ihm und seiner Schwester. Den hatte es auch vorher nie gegeben. Kleine Streitereien zwischen Geschwistern, ja, das schon. Schnell hatte sie eingelenkt, als er sie bat auf den Hof zu kommen. Sie kündigte ihre erste Stelle als Redakteurin bei der Lindauer Zeitung, nachdem sie ihr Volontariat in Ulm erfolgreich abgeschlossen hatte. Ihr Chefredakteur würdigte sie danach keines Blickes mehr.
In diesem Moment, als er über das Alles nachdachte, wünschte er sich, sie hätte ihm widersprochen, ihren Job behalten und dem Hof den Rücken gekehrt. Die Schuld an ihrem Freitod hatte also nicht nur dieser verschrobene Apotheker aus dem Rheinland. Nein, ganz kurz ließ er auch eine weitere Wahrheit zu. Auch er selbst war schuld. Dann verdrängte er den Gedankenwirrwarr und konzentrierte sich auf den Doktor der Pharmazie in Lauerstellung. Sein Einfluss auf Sarah war nicht gut. Seltsam. Kaum zu ertragen. Aber Sarah liebte ihn. War das wirklich so? Oder was reizte sie an diesem Mann? Er wusste es nicht. Wären sie sich nicht begegnet, war er sich sicher, würde seine Schwester noch leben. Dieser Kerl hatte Sarah auf dem Gewissen. Er ballte seine Fäuste, spannte seinen Körper bis er zitterte, dann löste er seine Fäuste wieder und die Verkrampfung wich.
Er weinte nicht. Seine Bewegungen wurden ruhig. Sein Handeln war unbewusst. Seine Gefühle waren jetzt wie abgeschaltet. Körper und Geist hatten auf Standby geschaltet. Sie gönnten ihm eine kurze Auszeit bis alles aus ihm herausbrechen würde. Tränen, Frust und Trauer. Bald würde es soweit sein.
Ferdinand Mending saß in der Ecke eines Ufercafés auf der Lindauinsel und trank Tee. Er ließ seinen Blick über den Obersee wandern. Seine Gedanken waren verfangen in Kindheitserinnerungen, die er selten zuließ. Erinnerungen an seine verstorbene Mutter. Vor 26 Jahren hatte sie ihn verlassen. Ihr Todesjahr war Sarahs Geburtsjahr. In Gedanken lag seine Mutter wieder in seinen Armen. Er merkte nicht, wie ihm die Tränen die Wangen herunterliefen. Die Bilder aus dem Jahre 1956 würden ihn scheinbar nie ganz in Ruhe lassen. Aber er war stärker. Er wischte die Tränen weg, schob die inneren Bilder beiseite und nahm die Frankfurter Allgemeine zur Hand, die auf dem Stuhl neben ihm lag. Er begann zu lesen.
Der erste Artikel, der ihn ansprach, war eine Nachbetrachtung des Falklandkrieges. Im diesem Frühjahr hielt die Welt den Atem an. Mitten im Kalten Krieg kam es zu einer militärischen Auseinandersetzung vor der Küste Südamerikas. Aber nicht etwa die beiden Großmächte standen sich in diesem Konflikt gegenüber. Es war der zweite April, als argentinische Truppen die zu Großbritannien gehörenden Falkland-Inseln besetzen. London schickte daraufhin seine Kriegsflotte in den Südatlantik. Am Ende der sechswöchigen Kämpfe waren 1000 Menschen ums Leben gekommen und die Briten hatten ihre Inselgruppe zurück. Sie stand wieder unter briischer Verwaltung.
Es folgte ein geschichtlicher Abriss über den Falkland-Inseln, die er nur überflog, während er zum zweiten Mal, jetzt etwas ungeduldiger, auf seine Uhr sah. Ohne den Artikel zu Ende zu lesen, blätterte er zur Innenpolitik. Der bevorstehende Regierungswechsel interessierte ihn mehr als die Aufarbeitung dieser für die Welt doch unwichtigen Inselgruppe am Ende der Welt. Auch schon wegen des Smalltalks, an dem er sich heute Abend beim Apothekerkongress beteiligen musste, war es wichtig, sich mit der innenpolitschen Situation zu beschäftigen. Wissen war für ihn Motor und Macht.
Die FDP würde sich von der SPD und von Helmut Schmidt als amtierendem Bundeskanzler trennen und sich „genscherisch“ auf die andere Seite schlagen. Die kleine Partei, die er schon immer gewählt hatte, bliebe in der Regierung. Es sei denn, man entschiede sich für Neuwahlen. Doch seiner Meinung nach war die Sache zwischen dem Oppositionsführer Helmut Kohl und dem Außenminister Hans-Dietrich Genscher bereits ausgehandelt. Politik pur. So ging das. Ferdinand Mending fand es in Ordnung. Er sah zum dritten Mal auf seine Uhr. Er wurde ungeduldig. Er wartete auf Sarah.
„Bin mal gespannt, wie sie darüber denkt.“
Ferdinand Mending hatte eine Woche Urlaub. Er hatte vor fünf Jahren seine erste Anstellung in Ulm gefunden. Er war Apotheker und arbeitete als wissenschaftlicher Assistent an der Universität. In einen Jahr wollte er in die industrielle Forschung gehen. Dort wurden die besseren Gehälter gezahlt. Daher war für ihn auch die Einladung zum Kongress, trotz Urlaub, so wichtig.
Seit einen halben Jahr war er mit Sarah verlobt. Sie stammte ganz aus der Nähe von Lindau. Hörbranz, direkt hinter der Grenze, war nur sechs Kilometer entfernt. Sie war Österreicherin.
Sie hatten sich vor zwei Jahren in Ulm kennengelernt, als Sarah ein Volontariat bei der Ulmer Zeitung machte und in der Uni Studenten und Lehrpersonal über ihre Beziehung zur Donaustadt interviewte. Die Interviews waren die Grundlage für einen Bericht über die Zugehörigkeit von unterschiedlichen Berufsgruppen, deren Mitglieder nicht aus der Gegend stammten, zur Ulmer Bevölkerung. Sie hatte ihn als Interviewpartner ausgemacht. Er hatte ihrer schriftlichen Anfrage skeptisch gegenüber gestanden. Doch als sie eines Tages in seinem Büro stand, hatte er zugestimmt und sie abends zum Essen eingeladen. Feudal, wie es sich für einen Mending gehört.
Nach einem Monat waren sie ein Paar. Die Verlobung hatten sie in aller Stille zu viert gefeiert. Sarah und Ferdinand luden nur Sarahs Bruder und Ferdinands Studienkollegen Harald ein. Die beiden waren sozusagen die Verlobungszeugen. Sarah und Ferdinand wohnten nicht auf der Lindauinsel, das war ihnen zu teuer, sondern in Zech. Ferdinand Mending war zwar der Meinung sein Berufsstand gehöre auf die Insel, aber er ließ sich durch Sarah überzeugen. Jedenfalls tat er so.
„Vorübergehend, bis ich meinen Doktor und eine mir angemessen Stelle habe“, dachte er oft.
„Sarah darf ruhig das Gefühl haben, dass ich sie ernst nehme. Sie wird bald scharf auf eine bessere Wohnung und eine bessere Lebensführung sein.“
Er sah wieder auf seine Uhr.
„Vor allem wird sie dann freiwillig den Hof verlassen und wieder einen ihrer Bildung und Ausbildung entsprechenden Beruf als Journalistin annehmen. Vielleicht für ein paar Jahre bis der Stammhalter „Mending“ geboren ist“, dachte Ferdinand Mending, der alles sauber, wie es seine Art war, durchgeplant hatte. So sollte es sein. Zech war nur eine kurze Episode. „Manchmal“, gestand er sich ein, „eine reizvolle Episode“. Der Stadtteil grenzte direkt an Hörbranz, nur von dem Grenzfluss Leiblbach getrennt. Ihre Wohnung lag an der Straße, die um den Bodensee führte. Sie brauchten nur über die Straße zu gehen und sich in die nächste kleine Bucht zu legen. Schon waren sie im Urlaub.
Die Bregenzer Bucht bot eine wunderbare Sicht auf die österreichischen und Schweizer Alpen. Von dort hatte man einen herrlichen Blick auf Bregenz und die Lindauinsel. Die 100 Kilometer nach Ulm fuhr Ferdinand fast täglich mit seinem Ford Capri. Nur wenn es wegen Abendterminen in Ulm zu spät wurde, übernachtete er im Hotel.
In der ersten Zeit lief alles wunderbar mit Sarah. Sie war hübsch und intelligent. Es fehlten sicher ein paar Prozentpunkte, um an seine Intelligenz heranzureichen, aber das machte ihm nichts aus. Nein, er war bereit diesen Unterschied mit seiner Art und Weise geschickt auszugleichen. Zumindest, wenn es darauf ankam. Zum Beispiel bei Smalltalk, wie heute Abend.
Vor einem knappen Jahr aber, als ihre Eltern plötzlich verstarben, änderte sich Sarah. Sie gab ihren Job auf und half nun ihrem zwei Jahre älteren Bruder Alexander auf dem elterlichen Hof. Sie zog zwar nicht aus der gemeinsamen Wohnung in Zech aus, doch übernachtete sie immer häufiger in Hörbranz, weil abends, nach der täglichen Arbeit als Obst- und Gemüsebäuerin, die Straußenwirtschaft betreut werden musste. Ferdinand missfiel die Wendung in ihrem Leben. Er hätte Alexander, diesen Schwachkopf, erwürgen können und ihre dämlichen Eltern ebenso. Aber die waren ja bereits hinüber. Sie war schließlich eine angehende Journalistin und tauschte ein akademisches Leben gegen Bauerntum ein. Das schlimmste aber war, dass sie ihn zu seinen Karriereterminen weiterhin begleiten wollte. Eine Bäuerin. Eine gewöhnliche Bäuerin an seiner Seite. Unmöglich. Er hatte versucht es ihr zu erklären. Sie verstand es nicht. Sie war wohl doch nicht ganz so intelligent wie er sie eingeschätzt hatte. Heute Abend wollte sie tatsächlich mit auf den Kongress. Gestern war es deswegen zum Streit gekommen. Das hatte er bei ihr noch nie erlebt. Sie hatte doch bisher stets nachgegeben und war seiner, der richtigen Meinung, gefolgt.
„Ich bin schließlich keine dumme Bauernmagd, auch wenn ich für einige Zeit auf dem Hof arbeite“, sagte sie. „Doch mein Schatz, das bist du. Trotzdem liebe ich dich. Wenn du mich auch liebst, lässt du mich alleine dorthin gehen.“ Sie begann zu weinen.
„Bei so einem wichtigen Termin brauchst du doch eine Frau an deiner Seite.“ Sie putzte sich die Nase mit einem Papiertaschentuch ab. „Kein Problem“, antwortete er ruhig, „ich habe meine Kollegin Dr. Silvia König gefragt. Sie kommt mit.“
Daraufhin verließ Sarah die Wohnung in der Zechwaldstraße. Später konnte er sie in Hörbranz telefonisch erreichen und sie zu einem klärenden Gepräch für heute in Lindau überreden.
„Verdammt, wo bleibt sie nur“, dachte er, als er zum wiederholten Mal auf die Uhr sah. Sie war bereits eine Viertelstunde zu spät. Er entschloss sich, obwohl er Kino überhaupt nicht mochte, Sarah in diesen blöden Ausserirdischen-Film einzuladen. „Zwei Stunden ET, dann ist alles wieder in Ordnung.“ So dachte er.
Sollte Sarah diesmal sturer sein, als er glaubte, dann musste er wohl zu drastischeren Methoden greifen. Sein kleines Labor, dass er sich im Keller eingerichet hatte, bot genügend Möglichkeiten. Aufgeben, sich gar trennen, dass gehörte nicht zu seinem Lebensplan. Wenn sie bald wieder vernünftig geworden sein sollte, dem elterlichen Hof wieder den Rücken kehrte, dann wollte er sowieso hier wegziehen und mit ihr in der Nähe seiner neuen Arbeitsstelle wohnen. Vorzugsweise im Rheinland. Sollte Sarah nicht zur Vernunft kommen, dann war sein ganzer Kerl gefragt. Sie würde folgen. Er war sicher. Langsam schlug seine Ungeduld in Wut um. Er tobte innerlich. Sie war eine halbe Stunde zu spät. Da steckte ihr Bruder dahinter. Er hatte sie schließlich mit seiner Art, ihr ein schlechtes Gewissen zu machen, auf den Hof gelockt.
„Widerliche Type. Sowas sollte man im Bodensee ertränken“, dachte er und winkte mit einem übertriebenen Lächeln die Kellnerin herbei, um zu bezahlen. Zehn Minuten später fuhr er über die Brücke der Lindauinsel und bog rechts ab. Richtung Bregenz.
Alexander Lindner spulte ein Programm ab. Er nahm sich selbst als Fremden war, den er von weitem beobachtete. Die Polizei war bereits informiert und auf dem Weg zu ihm. Jetzt hatte er nur noch seinen Bruder Franz. Wie sollte es weitergehen? Er wusste es nicht. Er wusste nur, dass er noch nicht zusammenbrechen durfte. Es musste zuerst alles geregelt sein. Im Moment kam nur ein einzelnes Gefühl in ihm hoch. Dieses Gefühl wurde zu einem einzigen klaren Gedanken.
Als Ferdinand Mending seinen Wagen vor dem Hof parkte, sah er vor der Scheune einen Kranken- und einen Polizeiwagen stehen. Hinter sich hörte er ein weiteres Fahrzeug in den Hof einbiegen. Es war ein Leichenwagen. Aus diesem stiegen zwei schwarzgekleidete Herren aus, einer öffnete die Ladeklappe und beide nahmen einen Zinksarg heraus.
Ferdinand erhaschte einen Blick auf den abgesperrten Tatort und erfasste die Situation. Er taumelte, fiel aber nicht. Nach ein paar Sekunden hatte er sich wieder im Griff, erblickte Alexander, ging auf ihn zu und blieb drei Meter vor ihm stehen. Alexander Lindner saß auf einem Baumstumpf, den Kopf in seine Hände gestützt. Ein Nachbar, den Ferdinand einmal gesprochen hatte als Sarah ihn bei der Beerdigung ihrer Eltern vorstellte, stand bei Alexander und legte ihm eine Hand auf die Schulter. „Herr Schober, was geht hier vor sich.“
Ferdinand Mending wandte sich bewusst an den Nachbarn und nicht an Alexander, der einen Moment brauchte, um Ferdinand als reale Person auszumachen. Als Wilhelm Schober Sarahs Verlobtem sein Beileid aussprechen wollte, sprang Alexander Lindner auf und stürmte auf Ferdinand Mending zu. Der wich einen Schritt zurück. Doch konnte er sich dem zupackenden Griff nicht entziehen: „Irgendwann bring‘ ich dich dafür um, Apotheker!“
Schober verhinderte, dass es zu einem Kampf kam, indem er Alexander zurückzog und Ferdinand mit einem Kopfnicken beduetete, dass er besser verschwinden sollte.
Ferdinand Mending zog sein Jackett gerade und ging erhobenen Hauptes, ohne zurückzublicken auf seinen Wagen zu. „Sarah muss mich sehr geliebt haben. Sie hat mir einen letzten treuen Dienst erwiesen. Dafür werde ich sie immer ehren.“
Einen Tag nach Sarahs Tod bekam er einen Anruf. Der Personalchef eines weltweit agierenden Pharmaunternehmens bot ihm eine gut bezahlte Stelle an. Parallel sollte er den Doktortitel machen dürfen. Das Forschungsprojekt stand bereits fest und der Doktorvater war auch schon gefunden. „Wofür Smalltalk mit Vorstandsvorsitzenden doch gut ist“, dachte er.
Trotz des Todes von Sarah war er mit Silvia König, die nichts von Sarah wusste, zum Kongress gegangen. Eine richtige und wichtige Entscheidung. Er nahm die neue Stelle an und kündigte noch am selben Tag die Wohnung in Zech. Bald würde Bonn wieder seine Heimat sein. Einmal im Jahr, so nahm er es sich vor, wollte er den Bodensee besuchen. Sarah zuliebe.
Bei der Beerdigung, bei der ganz Hörbranz den kleinen Friedhof neben der Kirche bevölkerte, hielt er sich im Hintergrund. Als alle Trauergäste den Friedhof verlassen hatten, ging er alleine zum Grab. Den Kopf gesenkt blieb er zwei Minuten stehen. Dann legte er eine rote Rose neben das Holzkreuz. „Bis nächstes Jahr“, flüsterte er.

Copyright © 2013 Wolfgang Rosen,
DER BÜHNENHÖRSPIELER.

Fortsetzung folgt morgen Abend…