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Tag drei – Angst vor dem Tod

Diese Woche nehmen wir zum ersten Mal an einer Blogtour teil. Das heißt, dass verschiedene Blogs an aufeinanderfolgenden Tagen über ein bestimmtes Thema schreiben. Diesmal geht es erneut rund um das Buch Kleiner Fuchs, großer Himmel, das wir letzte Woche vorgestellt haben. Gestern hat bereits Ungeduldsfaden über den Job einer Illustratorin geschrieben.

Nun geht es um das Thema Angst vor dem Tod. Warum haben Menschen überhaupt Angst vor dem Tod?

Sicher hat es damit zu tun, dass wir uns zwar einer Endlichkeit bewusst sind, sie jedoch verdrängen. Denn wer weiß schon, was auf uns zukommt? Wir werden irgendwann die hinter uns lassen (müssen), die wir lieben und denen wir uns nahe fühlen.
Außerdem hat jeder jemanden im Verwandten- oder Bekanntenkreis, der vielleicht langsam und schmerzvoll gestorben ist, wovor er dann ebenfalls Angst hat. Dazu kommt, dass man den Verstorbenen ja sehr vermisst und das selber seinen Liebsten nicht antun möchte.
Hinzu kommt noch die Ungewissheit, wann es so weit sein wird. Denn sicher ist nur, dass man sterben wird, aber nicht wann.

Ich habe das Gefühl, dass das Thema in der heutigen Zeit kaum diskutiert wird und es dadurch schlimmer wird. Dabei ist im Gegenzug zu bemerken, dass uns der Tod fasziniert – warum sonst verzeichnen Tatort, CSI und Co. so hohe Einschaltquoten?
Früher (vor meiner Zeit 😉 ) war es einmal üblich, Verstorbene zu Hause aufzubahren und somit den Verwandten die Gelegenheit zu geben, sich zu verabschieden. Das kenne ich gar nicht mehr und ich weiß lediglich von einer Familie in unserem Bekanntenkreis, die eine Verstorbene noch eine Nacht zu Hause gelassen hat.
Schön fand ich auch, dass Anjas Familie ihre Oma Anfang des Jahres auf dem Weg in das Jenseits begleitet und sich von ihr verabschiedet hat.
Ich erinnere mich daran, dass wir, als ich ca. 7 Jahre alt war, einen Anruf bekommen haben, dass meine Uroma verstorben ist. Ich weiß, dass ich damals mit meinem Vater zusammen in’s Krankenhaus gefahren bin und sie dort noch im Bett liegen sah. Es ist zwar mittlerweile fast 20 Jahre her, aber soweit ich mich erinnere, hat es mir als Kind geholfen, den Tod zu verstehen und zu verarbeiten.
Drei Jahre später ist mein damals bester, gleichaltriger Freund an Krebs gestorben und auf dem Weg zur Beerdigung war noch unklar, ob der Sarg geöffnet sein wird. Ich weiß noch gut, wie viel Angst ich damals davor hatte, ihn noch einmal zu sehen. Das war auch das erste Mal, dass ich mit dem Tod eines jungen Menschen konfrontiert wurde. Auf der Beerdigung erfuhren wir dann auch, dass mein Freund seine Beerdigung von der Musik bis zum Essen selbst (mit-)geplant hatte. Mit 10 Jahren. Wow. Er hatte also keine Angst mehr vor dem Tod.

Ich finde auch, dass es gewisse Ängste gibt, die man nicht nehmen kann. Seit ich Vater bin und insbesondere seit Jan uns über den Tod ausfragt, mache ich mir zum Beispiel Gedanken darüber, was passieren würde, wenn Anja oder ich jung sterben würden. Würde der Andere alles alleine hinbekommen? Wer würde ihm helfen? Wie würden die Kinder mit der Situation umgehen?

Anja und ich haben uns intensiv darüber Gedanken gemacht, was wir den Kindern über das Thema erzählen und zumuten wollen. Und obwohl wir beide nicht sonderlich gläubig sind, finden wir die Vorstellung des Himmels gut für Kinder geeignet. Es gibt Kindern und auch Erwachsenen eine konkrete Idee davon, wie ein Leben nach dem Tod aussehen könnte und nimmt ihnen somit auch ein Stück weit ihre Angst.
Weiterhin halten wir eine Offenheit auch bei unangenehmen Fragen für wichtig. Klar würden wir den Jungs nicht erzählen, dass ein Tod auch mit Schmerzen verbunden sein kann, aber Jan ist sich beispielsweise schon der Sache bewusst, dass nicht nur alte Menschen sterben.
Mit dieser Vorgehensweise haben wir bisher sehr gute Erfahrungen gemacht. Auch wenn Jan immer noch sagt, dass er nicht sterben möchte oder dass wir nicht sterben sollen, so hat er keine Panik. Und er weiß, dass er immer zu uns kommen kann, wenn ihm etwas auf dem Herzen liegt.

Zu diesem Post passend gibt es morgen bei MaBaKi einen Beitrag über das Thema Wiedergeburt!

Abschließend möchte ich euch noch auf das Gewinnspiel der Blogparade aufmerksam machen.
Die Teilnahme ist diesmal ausschließlich auf dem Blog möglich und wir möchten gerne wissen, wie ihr euch das vorstellt, was nach dem Tod kommt. Das muss nicht ausschweifend sein und vielleicht hat der eine oder andere ja gar keine Vorstellung, auch das zählt natürlich.
Gewinnspiel_Banner
Teilnahmebedingungen:

*Teilnahme ab 18 Jahren oder mit der Erlaubnis eines Erziehungsberechtigten
*Versand nur innerhalb Deutschlands, Österreich und der Schweiz.
*Teilnahme bis 04. November 23.59 Uhr
*Keine Barauszahlung, der Rechtsweg ist ausgeschlossen
*Der Gewinner wird per Losverfahren ermittelt.