Hallo ihr Lieben,

ich bin durch Zufall auf den Aufruf zur Blogparade „Du bist ich“ von Severine (Mama on the rocks) gestoßen und dachte direkt, da möchte ich auch meinen Senf zugeben.

Bei „Du bist ich“ geht es um das Thema Vererbung. Was haben meine Kinder von wem und wie finde ich das? Was macht mich stolz und was lässt mich im Erdboden versinken. Warum ist es uns wichtig, Parallelen zum eigenen Ich zu ziehen? Darüber hat Severine gegrübelt und wollte auch von anderen Eltern wissen, welche Gedanken diese sich um die Vererbung von Charaktereigenschaften und Aussehen machen.

Zuerst fange ich mal bei mir selbst an.

Wem ich vom Gesicht her ähnlich sehe kann ich gar nicht sagen, aber ich glaube eher meinem Vater. Die Muskelschwäche im Rücken, Krankheiten, wie eine Schilddrüsenunterfunktion und Eigenschaften, wie ungerne Autofahren, habe ich von der Familie väterlicherseits übernommen. Die dicken Fesseln, roten Wangen und die aufbrausende Art, kommt eher von der mütterlichen Seite. Mehr Parallelen weiß ich aber auch schon nicht.

Was haben meine Kinder von wem?

Bei Jan hatten wir in der 22. Schwangerschaftswoche die Feindiagnostik mit 3D-Ultraschall und auf dem Bild sieht er genau so aus wie Alex, wenn er schläft. Die Augen und Lippen, haargenau gleich.

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Als Jan dann geboren war, konnte ich allerdings gar nicht mehr sagen, wem er ähnlich sieht. Die meisten Außenstehenden meinten, Alex. Mit zunehmendem Alter wurde es dann deutlicher, dass er tatsächlich seinem Papa äußerlich mehr ähnelt, vor allem, als aus braunen Haaren blonde wurden. Ach so, die lustigen Zehen (wie Alex meint) hat Jan von mir. Charakterlich kann ich auf jedenfall sagen, dass er das große Interesse für Musik von Alex geerbt hat. Die niedrige Frusttoleranz, wenn etwas nicht auf anhieb klappt, hat er hingegen ganz klar von mir. Da fliegen nach dem ersten gescheiterten Versuch auch schonmal ein paar Duplosteine oder anderer Kram durch die Gegend. *Schäm*

Tom gleicht äußerlich mir. Er sieht aus wie ich als Kind. Er lacht wie ich und hat laut meiner Eltern die gleichen Gesichtszüge, wie ich in dem Alter. „Man kann in seinem Gesicht seine Stimmung ablesen, so wie bei Anja früher“, sagte meine Mutter erst kürzlich. Auch charakterlich hat er mehr von mir, zumindest das was auffällt. So ist er zum Beispiel schnell eingeschnappt oder wird schnell sauer, wenn er nicht das bekommt was er will. Oft kommt es dann vor, dass er sich mit seinen 14 Monaten schon gekonnt auf den Boden wirft und schreit und tritt. Wenn ich mal zu irgendwas „Nein“ sagen muss, dann kommt es nicht selten vor, dass er dann fuchsteufelswild wird und sich den nächstbesten Gegenstand sucht und diesen mit voller Wucht auf den Boden wirft. Nicht, dass ich das auch so praktizieren würde :D, aber ich bekomme auch gerne meinen Willen durch. Ich muss sagen, ich erkenne mich ganz oft in ihm wieder und ich denk dann immer: oh man! Doch selbst bin ich ja auch in gewisser Weise so. Was laut ist und knallt fällt natürlich direkt auf. Tom hat natürlich auch ganz andere Seiten und Eigenschaften. Zum Beispiel kann er ganz toll feinmotorische Dinge mit Geduld und hoher Frusttoleranz üben und ausführen. Er unterbricht sein Spiel auch ganz oft, um uns kurz zu drücken und zu küssen und geht dann wieder spielen.

Stolz bin ich auf beide Kinder so oder so. Da hat es für mich keinerlei Bedeutung, von wem wer was geerbt hat. Ich muss nur öfter schmunzeln, wenn so direkt auffallende Verhaltensweisen zu beobachten sind, wie Toms Wutanfälle, wenn er was nicht darf oder bekommt oder Jans Musikleidenschaft. Aber ansonsten mache ich mir keine Gedanken, welche Merkmale von wem von uns Eltern vererbt wurden. Manches fällt ja auch gar nicht auf und ist vermischt mit Individualität des Einzelnen.

Ich werde auch mal Alex fragen, ob er nicht auch an der Blogparade teilnehmen möchte, dann kann er mal aus seiner Sicht erzählen, wer was von wem geerbt hat. Denn ich weiß ja auch gar nicht wie Alex als Kind war.