Wer uns schon länger liest, weiß ja mittlerweile, dass Jan und Tom zu einer Tagesmutter gehen. Jan wird schon seit drei Jahren dort gut betreut und Tom seit einem halben Jahr. Damit wir nicht so viel Fahrerei am Morgen und Nachmittag haben, haben wir uns Ende letzten Jahres entschieden, nicht nur Jan sondern auch den kleinen Tom in einer Kita anzumelden. Beide werden also ab August den gleichen Kindergarten besuchen. Allerdings werden die beiden in verschiedenen Gruppen untergebracht, damit sich die Geschwister unabhänging von einander entwickeln können und eigene Freunde finden können. Das war uns auch tatsächlich recht so, denn auch uns ist es wichtig, dass die Kinder ihren eigenen Weg gehen können, keiner Zuhause petzen kann, was der andere vielleicht angestellt hat und der kleinere nicht nachher traurig und verloren ist, wenn der große Bruder in die Schule kommt. Nun haben sie aber die Möglichkeit, sich im Außengelände der Kita oder im Flurbereich zu begegnen oder den Gruppenraum des anderen zu besuchen, wenn sie sich vermissen. Der Kindergarten betreut Kinder im Alter von 5 Monaten bis 6 Jahren in altersgemischten Gruppen. Jan wird ab August die Gruppe „Eulenburg“ besuchen, in der Kinder von 2-6 Jahren zusammen spielen und Tom wird in den „Wichtelwald“ einziehen, eine von zwei Gruppen mit Kindern von 0-6 Jahren.

Diese Woche hatte Jan dann erstmal seinen großen Tag, denn er durfte zum Schnuppern seine neue Gruppe für 3 Stunden besuchen. Zusammen mit mir natürlich. Es hat ihm viel Spaß gemacht – sagt er. Anfangs ist Jan immer sehr schüchtern, wenn viele Menschen auf wenig Raum anzutreffen sind. Er mag keine lauten Geräusche und ist hilflos, wenn viele Stimmen und Geräusche auf einmal auf ihn einprasseln. Deshalb wollte er erstmal keinen Kontakt zu den anderen Kindern, die aber schon ganz gespannt waren auf den Neuling.

Jan durfte dann auf seine Bitte hin mit mir zusammen auf das Außengelände, währrend die anderen Kinder der Gruppe noch frühstückten. Draußen waren zwei Kinder (zwei Kinder dürfen aus jeder Gruppe in Sichtweite immer alleine draußen sein) einer anderen Gruppe gerade in einem der Sandkästen. Jan schnappte sich ein Bobbycar und los ging es. Die zwei großen Kinder wurden vom Polizisten gejagt und alle drei hatten riesen Spaß. Draußen fühlt sich Jan wirklich am wohlsten und ist viel offener.

Als die anderen Kinder seiner Gruppe auch nach draußen kamen, hatte er nach kurzer Zeit auch dort ein paar „Freunde“ gefunden, die ihm alles zeigten und erklärten.

Großes Highlight war dann die Geburtstagsfeier eines Kindes aus der Eulenburg. Jan hat sich sehr höflich verhalten und genau geguckt, welche Regeln die anderen Kinder befolgen und sich daran gehalten.

Im Juli hat er einen weiteren Schnuppertag, ehe er Anfang August mit der Eingewöhnung beginnt. Für ihn war es ganz wichtig, dass er diesen Schnuppertag hatte, denn nun hat er auch ein Bild zu dem Kindergarten, von dem wir sonst immer nur sprechen.

Da Toms Erzieherin krank ist, fand bei ihm noch kein Elternabend und kein Schnuppertag statt, aber das wird noch folgen. Ich bin mal sehr gespannt, wie sich unser kleiner Draufgänger dort eingewöhnen wird. Er ist generell offener anderen Menschen gegenüber, aber fühlt sich ohne Jan auch schon bei der Tagesmutter verloren. Daran muss er sich dann erstmal gewöhnen.

Das wird wohl ein spannender Sommer bei uns mit einigen Veränderungen und einem neuen Lebensabschnitt für Jan und Tom und auch für uns.